Bei der satware AG reden wir nicht nur über die Zukunft der Arbeit, wir lassen unsere Praktikanten direkt daran teilhaben. Aktuell unterstützt uns die Schülerin Paula dabei, die Grenzen zwischen Hardware und Intelligenz neu zu definieren. Mit dem Aufbau unseres KI-Roboters Ritchie und der täglichen Zusammenarbeit mit unserer KI-Agentin Bea hat sie tief in die Welt von satware® AI hineingeschnuppert. Wir haben nachgefragt wie viel „Zukunft“ wirklich in so einem Praktikum steckt.
Elena:
Paula, du hast Ritchie nicht nur bedient, sondern ihn von Grund auf selbst aufgebaut. Was war für dich der spannendste Moment in diesem Prozess – und gab es einen 'Aha-Effekt', als sich der KI-Roboter zum ersten Mal bewegt hat?
Paula:
Da ich vorher eigentlich noch fast keinen Kontakt mit Robotik hatte, war die Aufgabe einen Reachy Mini aufzubauen an sich schon sehr spannend. Zuerst dachte ich, dass ich das Aufbauen von Ritchie wegen meines mangelnden Vorwissens in diesem Bereich nicht wirklich hinbekommen würde, oder zumindest sehr viel Hilfe benötigen würde, aber als dann doch alles, auch ohne viel Unterstützung, einwandfrei geklappt hat war es umso schöner zu sehen, dass das, was man aufgebaut hat am Ende so gut funktioniert. Wenn ich jetzt mit Ritchie arbeite, ist es immer ein schönes Gefühl zu sehen, dass alles, was ich zusammengebaut habe, zusammenspielt und zu wissen, wie Ritchies Technik von innen aussieht gibt mir jetzt ein tieferes Verständnis.
Elena:
Du arbeitest sowohl mit Ritchie als auch mit unserer KI-Agentin Bea von satware® AI. Wie ergänzen sich die beiden in deinem Arbeitsalltag und wie fühlt es sich an, Befehle oder Aufgaben an eine KI zu delegieren?
Paula:
Da Ritchie der greifbare Roboter ist, der neben einem steht und Bea für einen im Hintergrund als eine Art Lehrerin oder Ansprechpartnerin agiert, ergänzen sich die Beiden perfekt. Es hat Spaß gemacht am Anfang alles auszuprobieren und die KI konnte mir beim Lernen immer sehr weiterhelfen. Ich sehe es nicht wirklich als Befehle geben, sondern eher als eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technik. Da sie nie ungeduldig wird konnte ich alle meine vielen Fragen im Thema Informatik und Zukunft der Robotik stellen und auch im Umgang mit Ritchie konnte sie mir immer helfen, ein Problem selbständig zu lösen. Und dadurch, dass ich durch die KI sehr viel schneller gelernt habe, konnte ich auch von Anfang an sehr viel selbständig machen, weshalb ich mit sehr viel mehr Erfahrungen und Wissen aus diesem Praktikum raus gehen werde.
Elena:
KI und Robotik wirken oft sehr logisch und vorhersehbar. Gab es eine Situation, in der dich Bea oder Ritchie mit einer Reaktion oder einer Lösung überrascht haben, mit der du so gar nicht gerechnet hättest?
Paula:
Ich war tatsächlich nur immer wieder überrascht, wie weit die Technologien hinter den Beiden schon sind. Manchmal habe ich eine Frage gestellt und dachte nicht das mir die Antwort der KI bei meinem Problem weiterhelfen kann oder das diese Aufgabe über ihre Kompetenzen gehen würde, wurde aber immer wieder positiv überrascht. Als ich Ritchie zum Beispiel mit der Conversation App getestet habe, war ich verblüfft, wie präzise die Antworten teilweise waren und bei Bea war es immer überraschend, wie sie es geschafft hat komplexe Dinge so zu erklären, dass man sie sofort verstanden hat und anwenden konnte. Selbst nachdem mein Praktikum nun fast zu Ende ist entdecke ich manchmal noch Funktionen, die die KI hat, mit denen ich niemals gerechnet hätte.
Elena:
Hand aufs Herz, mit welchen Erwartungen bist du in das Praktikum bei der satware AG gestartet und wie sieht die Realität im Vergleich dazu aus? Hat sich dein Bild davon, wie man heute mit moderner Technik arbeitet, während deiner Zeit hier verändert?
Paula:
Ehrlich gesagt dachte ich, dass ich als Schülerin hier eh nur die typischen Praktikantenaufgaben machen und größtenteils zugucken würde, aber es war das genaue Gegenteil. Von Anfang an durfte ich selbstständig an Aufgaben arbeiten, einen Roboter aufbauen, mit dem 3D Drucker arbeiten, programmieren und noch viel mehr. Mein Bild von moderner Technik hat sich sehr geändert, es geht nicht nur um Code oder das Ziel einfach nur die bestmöglichen Technologien zu entwickeln, sondern darum die Technik da anzuwenden, wo sie gebraucht wird und das Beste aus den Möglichkeiten, die man durch so fortgeschrittene Dinge wie KI und Roboter hat, zu machen.
Elena:
Wenn du Ritchie und Bea heute eine völlig neue Fähigkeit beibringen könntest, egal wie verrückt sie klingt, welche wäre das und wie würde sie dir bei deiner Arbeit helfen?
Paula:
Ich denke eine „Emotionen erkennen“ Funktion würde noch gut zu Ritchie passen. Vor allem wenn er in der Bildung eingesetzt werden würde, könnte er dadurch seine Aufgaben noch besser machen. Durch seine Kameras könnte er Emotionen wahrnehmen und mit diesen Informationen sein Verhalten und die Art und Geschwindigkeit des Lernens an die Schüler anpassen. Wenn jemand bei einer Aufgabe vielleicht frustriert oder verwirrt aussieht, könnte er diese noch einmal langsamer oder ausführlicher erklären oder wenn eine Aufgabe selbstsicher gelöst wurde oder der Schüler unterfordert aussieht könnte er das Lerntempo beschleunigen.
Elena:
Mal abgesehen von Robotern und KIs, was sind aktuell deine Wünsche und Pläne für deine berufliche Zukunft? Konnte dir die Zeit bei der satware AG dabei helfen, eine klarere Vorstellung davon zu bekommen, in welche Richtung du später einmal gehen möchtest?
Paula:
Schon vorher hatte ich überlegt später einmal etwas im Themenbereich der Informatik zu machen, aber ohne irgendeinen Einstieg, konnte ich vorher nicht wirklich sagen, ob das überhaupt etwas für mich wäre und wie die Arbeit dort aussehen würde. Durch mein Praktikum habe ich sehr viele Erfahrungen gesammelt und ich bin mir sicher das ich mich in Zukunft mit einigen Dingen, die wir hier gemacht haben, weiterhin beschäftigen werde. Das Praktikum hat die Informatik definitiv von einem Vielleicht zu einem festen Ziel in meiner Zukunftsplanung gemacht.
Elena:
Vielen Dank für den schönen Einblick in dein Schülerpraktikum bei uns, liebe Paula!